Der Zeitgeist
Heute, der (17.4.2026):
Ich habe mir auf YouTube ein Video angeschaut...
Es wurde von einer einer jungen Frau gedreht, die den allgegenwärtigen Zeitgeist beklagt, die Ignoranz zu den bestehenden Ungerechtigkeiten, der ständigen Bedrohung Israels durch das iranische Terror-Regime und unsere mangelnde Bereitschaft das Problem zu lösen.
Ihr Video ("Wir haben zu wenig Angst"), hat mich veranlasst diesen Beitrag zu schreiben.
Was will uns denn diese Dame sagen ?
Sie fühlt sich unverstanden in einer Gesellschaft von Ignoranten. Die Schuld für all diese Kriege und vor allem der Iran-Krieg liegt in der Ignoranz und der Selbstgefälligkeit unserer Gesellschaft. Wir strotzen vor Selbstgerechtigkeit und leiden an Realitätsverlust.
Ja, klar da bin ich mir ihr einer Meinung, aber bitte , was soll ich daraus schließen?
Die Botschaft, die ich heraushöre ist diese:
Diplomatie, Gespräche, Kontrollen, Menschenrechte , Friedensbemühungen – alles quatsch, alles unrealistisch. Schmeisst diese Wertvorstellungen der Vergangenheit auf die Müllhalde der Geschichte.
NEIN! Da bin ich grundsätzlich nicht ihrer Meinung, das ist ein stark verzerrtes Bild der Wirklichkeit.
Ihre Argumentations-Taktik besteht aus dem Vorwurf der einseitigen Sichtweise gegen Andere, aber aus ihrer eigenen Sichtweise ebenfalls mit eingeschränktem Blickwinkel.
Leider ist dies aber der zur Zeit allgemeine vorherrschende Mindset.
Zum Thema Völkerrecht :
Dieser Gedanke ist schon 2 Tsd. Jahre vor der Zeitrechnung entstanden. Und seit mindestens einem halben Jahrhundert als allgemeiner Werte-Standard weltweit anerkannt. Igendwie waren sich wohl alle einig, das man solche Verträge zur Friedenssicherung braucht. Jedenfalls besser als nix.
Wie jedes Gesetz wird das Völkerrecht natürlich immer wieder von allen möglichen Seiten gebrochen. Das ist nun mal so mit jedem Gesetz, in der globalen Politik wie im privaten Umfeld. Immerhin haben (fast) alle Länder diesem Grundgedanken zugestimmt.
Was ist denn laut dieser Dame die bessere Alternative ?
Wir bomben das Böse aus der Welt. Wir müssen den Amerikanern und Israelis zur Seite stehen.
Na klar, die Amerikaner haben ja immer wieder bewiesen, wie gut sie darin sind das Böse weg zu bomben!
Korea, Vietnam, Irak, Afghanistan oder aktuell der Versuch ein Volk auszuhungern ( Kuba ). Das nur als ein paar Beispiele.
Da leidet die junge Dame aber wohl selber an Realitätsverlust.
Glücklicherweise haben wir ja nun auch auf der „guten“ Seite einen gelblich wirkenden Sektenführer, der direkten Kontakt mit dem lieben Gott hat, der sich als Gottgesandter versteht.
So sieht er es jedenfalls selber, was seine letzten Aussagen eindeutig beweisen.
Ein amerikanischer Ayatolla, der uns zur Seite steht und den iranischen Ayatolla auslöschen wird.
Ich sag's mit meinen Worten:
Ich bin es leid, diese Vereinfachung, diese Arroganz der Überlegenheit gegenüber Andersdenkenden ohne selber wirkliche Argumente oder Lösungen/Ziele/Vorstellungen zu haben. Der flache Vorwurf, alle sehen es falsch, nur ich habe den Durchblick...
Was will denn die Dame ? Den bedingungslosen Krieg ? Die iranischen Teufel mit dem Beelzebub vertreiben ?
Bei ihren einseitigen Video-Monologen erübrigt sich eine Diskussion. Da kann man nur ebenfalls einen Monolog entgegensetzen.
Aber bitte, wenn man die Meinung vertritt das alle Iraner das Böse verkörpern, dort nur Terroristen unterwegs sind... Ist das die Aussage ?
Die gesamte iranische Zivilisation in Asche versenken ?
Alle Terroristen wegbomben ?
So tönen ja die Vorschläge des gelben amerikanischen Gottes-Kriegers. (der jetzt möglicherweise wegen kognitiven Defekten des Amtes enthoben wird).
Dieser Ober-Vollpfosten, der bislang außer Micky Maus kein einziges Buch gelesen hat aber allen anderen unwidersprochen die Welt erklärt, der soll mit seinen Kumpels aus Entenhausen die Lösung sein??
Wo liegt der Unterschied zwischen ihm und dem iranischen Ayatolla-Verse-Beter, der nur den Koran kennt?
Leider hat es nie funktioniert mit Gewalt Frieden zu stiften.
Stattdessen ist immer alles schlimmer geworden.
Im übrigen:
Ich habe in den amerikanischen Akten recherchiert und festgestellt das mein Vater ein Nazi war.
Zumindest war er in der Partei, das aber reicht mir auch !
Mein Selbstwertgefühl habe ich trotzdem noch , hatte auch das Glück, das die Amerikaner damals nicht ganz Deutschland in Schutt und Asche gelegt haben.
Ich wäre sonst nicht mehr da, stelle mir aber die Frage:
Waren die Eltern unserer Generation alles Nazis ? Nein, nicht alle aber doch sehr, sehr viele ! Und die Meisten habe Augen und Ohren zugehalten, wussten von nix.
Warum ?
Es waren die Früchte der Nazi-Propaganda, es war die gleiche Rhetorik die heute wieder gesellschaftsfähig wird.
Gut für mich, das sie damals noch ein anderes Mindset hatten!
Und wenn man schon Schuldige sucht, dann könnte man jetzt noch die geschichtliche Entwicklung des Irans betrachten, ab ca. 1950. Ein aufgeblühter demokratischer moderner Staat unter Mossadegh, der dann ..... nein ich mach jetzt Schluß , das wird zu viel...
Nur noch ein Lied von mir zum Zeitgeist: